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06.05.2010
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06.04.2010
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Es wird die erste Solo-Tour seit vielen Jahren: Am 18. Mai wird sich Neil Young in den USA auf seine "Twisted Road"-Tour begeben. Bis zum 06. Juni wird sich die Rock-Ikone von ...
06.04.2010
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26.02.2010
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04.12.2009
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Neil Young Archives Vol. I
Neil Young - DVD-Set Archives Volume I

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Fork In The Road v. laut.de

Neil Young Fork In The Road CoverGab es je so etwas wie ein gewöhnliches Neil Young-Album? Nein! Auch nach dem Release von mehr als 60 Werken in knapp 45 Jahren gilt die alte Young-Prämisse: Die stetige Konstante bleibt das Unstete. Seine Tonträger bewegen entweder komplett zum Ärgern oder zum Bewundern. "Fork In The Road" besitzt ein bisschen von beidem.

Auf den ersten Blick könnte man die Platte als Konzeptalbum wahrnehmen. Neils 1957er Lincoln Continental, den er selbst jahrelang im Schuppen zu einem Ökomobil-Prototyp umgebastelt hat, fungiert als Klammer für alle Tracks. Mit diesem Auto fährt er seit zwei Jahren durch Amerika und saugt Impressionen von unterwegs auf, die großen und kleinen Geschichten. 

Bei dem alten streitbaren Grantler gerät eine solche Erfahrung typischerweise auch zur Reise ins innere Ich, zur erkenntnisreichen Selbstreflexion. Der Young-typische Cocktail aus donnerndem Zorn und sensibler Sanftmut bleibt dem Hörer glücklicherweise auch auf dieser Scheibe erhalten.
Roh wie frisch geerntete Kartoffeln haut der 63-Jährige uns das Brett um die Ohren, als sei er noch immer 25. Die einzigartige Bratzgitarre des Meisters pflügt auf Albumlänge durchs Notenfeld wie eine Sense, nie wie eine Sichel. Zerbeulter, schrammelseliger Rock mit vielen Blues-Elementen und Wüsten-Country bilden die Basis. Alles klingt hier nach röhrenden Motoren und staubigen Highways.

Angestaubt oder gar antiquiert wirkt der quirlige Rockveteran jedoch in keiner Sekunde. Doch ebenso wie bei einer Fahrt ins Blaue die Ziellosigkeit oberste Prämisse ist, muten die Lieder teilweise etwas richtungslos und skizzenhaft an. Dennoch lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Die ganze CD wächst von Mal zu Mal und offenbart ihre Qualitäten im Detail erst nach einigen Durchgängen.

"Just Singing A Song Won't Change The World" will mit einer Art Rock-Meditation wecken und Lethargie bekämpfen. "Cough Up The Bucks" ätzt rüttelnd und ölverschmiert gegen die hegemonialen Oil-Companys und Leichenfledderer der Wirtschaftskrise. "Off The Road" birgt eine introvertierte Bestandsaufnahme der inneren seelischen Landstrasse. Lagerfeuerwarm plickernde Gitarrensounds umhüllen das kleine Lied und halten die Wölfe fern.

Sicher, Partyrock à la "Get Behind The Wheel" wirkt relativ belanglos und eher wie ein Lückenfüller. Die große Bombe erwartet uns aber ohnehin erst am Ende der Forke in Form der wunderschönen Ballade "Light A Candle". Verführerisch und hypnotisch lockt die Akustikgitarre ins Dunkel, um sich selbst und allen Hörern Licht zu sein. Jenseits aller Religionen erzählt Onkel Neil sein spirituelles Bekenntnis zu Unendlichkeit und Seelenwanderung nach dem Tod.

Die zerbrechliche und gleichzeitig unzerstörbar wirkende Melodie hat das Zeug zum Klassiker, ähnlich den Großtaten "Eldorado", "Needle And The Damage Done" oder "After The Goldrush". In einem einzigen Young-Song dieser Sorte steckt mehr bewegend echtes Gefühl als in der ganzen Emo-Szene zusammen.

Nachdem der letzte Akkord verklungen ist, möchte man dem alten Romantiker zuprosten, während er, einem zuzwinkernd, mit seiner alten Limousine am Horizont verschwindet. Verglichen mit einem für seine Verhältnisse nur gelegentlich überdurchschnittlich aufspielenden Neil Young bleiben viele Künstlerkollegen abgeschlagen am Straßenrand zurück. Von diesem 57er Lincoln lasse ich mich gern noch oft ein Stück des Weges mitnehmen.

TRACKLIST

When Worlds Collide
Fuel Line
Just Singing A Song
Johnny Magic
Cough Up The Bucks
Get Behind The Wheel
Off The Road
Hit The Road
Light A Candle
Fork In The Road

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